Messe transport logistic 2019

Messe transport logistic 2019 mit Fokus auf Vernetzung

Für die Telematik-Community gibt es in den ungeraden Jahren ein absolutes „Muss-Event“, die Fachmesse transport logistic in München. Laut Messegesellschaft präsentierten sich diesmal an den vier Ausstellungstagen (4.-7. Juni 2019) in den zehn Hallen und dem Freigelände 2.374 Aussteller aus 63 Ländern, das ist ein Plus von 10 Prozent gegenüber 2017. Und die Telematikanbieter waren darunter reichlich vertreten. Dabei konzentrierten sich die OEM-unabhängigen Telematiker auf Halle A3, wie etwa die bekannten Anbieter Couplink, TIS, arealcontrol, DAKO, TomTom oder Transics. Doch auch neue Namen waren hier zu finden, wie etwa project44, die das dänische Integrationsportal Gatehouse übernommen haben, oder auch Samsara, ein US-Anbieter, der nun erste Kunden in Europa gewonnen hat und künftig in Deutschland mitmischen will.

Doch auch in den Hallen A5 und A6 war allerlei Telematik vertreten, denn dort präsentierten sich die Telematikangebote der Fahrzeughersteller, wie etwa MAN/RIO, Schmitz Cargobull, Krone, Scania und BPW/idem telematics.

Die Messekommunikation der Anbieter stand in vielerlei Hinsicht unter dem Zeichen „Vernetzung“. So langsam wird auch dem letzten Skeptiker deutlich, dass es im Zeitalter des Internets der Dinge darauf ankommt, große „Dinge“ (wie etwa Lkw und Trailer), kleine „Dinge“ (wie etwa Ladehilfsmittel) und die gesamte vor- und nachgelagerte IT-Welt zu vernetzen, um die Nutzenpotenziale aus den verschiedenen Technologien heben zu können.
Daher wurden auf der Messe sowohl technische Konnektivitätslösungen wie auch die organisatorischen Vernetzungen, d.h. die Zusammenarbeit zwischen den Anbietern, gezeigt und kommuniziert.

Ein typisches Beispiel der Zusammenarbeit in Sinne der Vernetzung war die Ankündigung, dass WABCO, der weltweit führende Lieferant von Bremsregelsystemen und anderen fortschrittlichen Technologien zur Verbesserung der Sicherheit, Effizienz und Vernetzung von Nutzfahrzeugen, seine erste gemeinsame trailerspezifische Flottenmanagementlösung (FMS) ‚RIO 4TX-TRAILERPULSE‘ mit RIO, der Digitalmarke des globalen Nutzfahrzeugherstellers TRATON GROUP, auf den Markt bringen wird. RIO bietet cloudbasierte digitale Lösungen für die gesamte Logistik- und Transportkette und soll die neue trailerorientierte Telematiklösung TX-TRAILERPULSE™ von WABCO vollständig in ihre offene Plattform für den Frachtverkehr integrieren.

Daneben wurde von der WABCO-Tochter Transics mit TX-DIAGNOSTIX™ eine fortschrittliche Ferndiagnoselösung vorgestellt, die Flotten eine detaillierte, drahtlose Bewertung des technischen Zustands aller LKW-Marken ermöglicht. TX-DIAGNOSTIX vernetzt alle elektronischen Fahrzeugdaten wie Motorsteuerungen, Fahrerassistenzsysteme, Bremssysteme, Lenkradschalter, Öldrucksysteme, Stromversorgungssysteme, Tachographen, Achsen, Getrieben und Kupplungen mit entsprechender Diagnosetools und steigert damit die betriebliche Effizienz der Flotten erheblich und konsolidiert die Daten in einer einzigen Echtzeitansicht auf dem Bildschirm. Dadurch können die Ausfallzeiten der Fahrzeuge reduziert, Probleme schnell erkannt, Reparaturempfehlungen aufgelistet, Wartungsarbeiten geplant oder Fahrzeuge für sicherheitskritische Reparaturen an Werkstätten umgeleitet werden.

Ferndiagnose von Fahrzeugen mit TX-DIAGNOSTIX        (c) WABCO

Auch bei der TIS GmbH, einem Urgestein unter den Telematikanbietern, stand die Vernetzung über heterogene IT-Landschaften hinweg im Fokus. Mit dem TISLOG office Enterprise-Bus wird eine „Datendrehscheibe“ angeboten, die über diverse Zusatzmodule Transport-Management-Systeme, Telematiksysteme, Auftragserfassungssysteme, Frachtenbörsen, usw., ansteuert und mit Daten versorgt.

Datendrehscheibe TISLOG Enterprise-Bus                                     (c) TIS GmbH

Als abschließendes Beispiel für den Fokus auf die digitale Vernetzung seien auch die Trailerhersteller Schmitz Cargobull und KRONE genannt, die beide auf ihren Messeständen Vernetzungslösungen rund um die gezogene Fahrzeugeinheit präsentierten, wie etwa das Smart Capacity Management von KRONE oder die beUpToDate App von Schmitz, die auf die Bedürfnisse von Fuhrparkleitern und Disponenten ausgerichtet ist und via Smartphone über die aktuellen Standorte. Standzeiten und Bewegungsdaten der Trailerflotte informiert.

SMART CAPACITY MANAGEMENT                                                               (c) KRONE

 

(Bilder-Quellen: Messe München, WABCO, TIS, KRONE)