Eine Auszeichnung mit Aussagekraft

Im Rahmen des von DEKRA und ETM Verlag vor wenigen Tagen in Berlin veranstalteten „Zukunftskongress Nutzfahrzeuge“ wurden die Preisträger des Deutschen Telematik Preises 2020 ausgezeichnet. Die Freude unter den Preisträgern war groß, die Anstrengung im monatelangen Auswahlverfahren für Bewerber und Jury allerdings auch. In acht Kategorien traten insgesamt 41 Kandidaten zur Auswahl an.

Die Jury, bestehend aus Stephan Feitzelmayer (SF Telematik), Martin Trümper (Dekra), Andreas Schmidt (BGL), Holger Bach (ADAC), Ralf Johanning (TeleTraffic), Carsten Nallinger (ETM Verlag) und Johannes-Nikolaus Nießen (P3 Group) hatte unter der Leitung von Prof. Dr. Heinz-Leo Dudek (Dekan der Fakultät Technik der DHBW Ravensburg) für jede Kategorie einen spezifischen Kriterienkatalog entwickelt, der im Frühjahr 2019 von den Bewerbern für ihre Systeme beantwortet werden musste. Auf dieser Basis wurden in jeder Kategorie drei Systeme ausgewählt, die in der folgenden Stufe intensiv in einem „Live-Check“ von Jury-Mitglieders getestet wurden. Bereits die Auswahl der Top 3 war jedoch in einigen der Kategorien äußerst knapp. So lagen beispielsweise in der Kategorie Fahrermanagement die Systeme so eng beieinander, dass die Jury sogar 5 Systeme für die Stufe 2 nominierte. Insgesamt kann das als ein Beleg dafür gesehen werden, dass die etablierten Anbieter hinsichtlich der Systemeigenschaften und –funktionen ihrer Systeme nahezu gleichauf sind, was potenziellen Anwendern die Auswahl schwer macht. Es kommt also im Einzelfall auf die „Spezialitäten“ an.

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Über den Sommer erfolgten dann die Live-Checks, bei denen jeweils eine mit dem System vertraute Person unter der Aufsicht von Jury-Mitgliedern kategorietypische Aufgaben bearbeiten musste. Neben Zeitdauer und Angemessenheit der notwendigen Bedienaktionen der Aufgabenbearbeitung wurde dabei auch die Art der Informationsdarstellung bewertet. Mit anderen Worten, die „Usability“ stand bei diesen Tests im Vordergrund. Und das hatte es durchaus in sich, wie die Aussage eines der Teilnehmer belegt: „Ich wurde sechs Stunden von der Jury gegrillt und hatte keine Zeit zum Durchatmen“.

Krönender Abschluss der Bewertungsphase war im Frühherbst die Befragung von Nutzern der für die Stufe 2 nominierten Telematiksysteme. Jedes nominierte System wurde von jeweils drei Flottenbetreibern, welche das System im Einsatz haben, hinsichtlich Systemstabilität, Effizienz und Akzeptanz bewertet, zusammen mit einer Bewertung des Telematikanbieters hinsichtlich der Projektabwicklung und der Supportqualität.

Nach diesem Auswahlmarathon durften sich die Preisträger bei der Preisverleihung in Berlin wirklich freuen. Die Auszeichnung ist absolut verdient! Und das gilt auch für die Zweit- und Drittplatzierten, denn die Endauswertung war im Ergebnis jeweils denkbar knapp. Es sollen daher an dieser Stelle einmal alle Erst-, Zweit- und Drittplatzierten in alphabetischer Reihenfolge genannt werden:

  • Arealcontrol
  • Cargobull Telematics
  • Couplink
  • GPSoverIP
  • Hirschmann Mobility
  • idem telematics
  • Krone Telematics
  • NIC
  • project 44
  • Scania
  • TIS
  • Webfleet Solutions
  • Yellowfox

Sie alle haben es verdient und telematikwissen.de gratuliert herzlich!

 

(Foto Preisverleihung: ETM Verlag / Thomas Küppers)

Hinweis: Der Autor dieses Arikels war als Jurymitglied an der Bewertung der Systeme beteiligt.