Digitale Telematik-Fachtagung

Mit Erfolg verlagerte der Softwareanbieter Couplink seine etablierte Telematik-Fachtagung zum ersten Mal ins Internet. Insgesamt trafen sich rund 90 interessierte Logistiker und Entsorger der DACH-Region über drei Wochen hinweg virtuell zum Austausch von Information und Erfahrung.

Dabei kamen auch insgesamt 7.000 EUR an Spenden für soziale Projekte zusammen.

Aldenhoven. – Mikromobilität, Supply Chain Management, Intelligente Paletten – in diesem Jahr rückte der Gastgeber Couplink erneut die wichtigsten digitalen Zukunftstrends und neue Technologien in den Fokus seiner Telematik-Fachtagung. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie fand die 6. Ausgabe des anerkannten Branchenevents in diesem Jahr zum ersten Mal vollständig digital statt: Vom 7. bis 25. September sorgten 23 Webinare neben einer räumlichen auch für eine zeitliche Entzerrung der Veranstaltung. Unverändert hoch blieb dabei die Qualität des Branchentreffens. Namhafte Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft waren als Referenten zum Informations- und Erfahrungsaustausch eingeladen. Das Interesse von Vertretern aus Logistik, Entsorgung und Service war entsprechend hoch: „Wir konnten insgesamt 82 Einzel-Teilnehmer und 580 Anmeldungen aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden zählen“, zeigte sich Couplink-Vorständin Monika Tonne hochzufrieden mit dem großen Zuspruch.

Abwechslungsreiche Präsentationen setzen Impulse in Richtung Zukunft und machen den Nachholbedarf der Logistik deutlich

Prof. Dr.-Ing. Volker Stich, Geschäftsführer des Forschungsinstituts für Rationalisierung e. V. (FIR) der RWTH Aachen, eröffnete am 7. September die Telematik-Fachtagung. In seinem kurzweiligen Vortrag stellte er viele Zukunftstechnologien wie Robotik, IOT, Big Data, KI und Blockchain vor. Während diese Technologien in der Automobilbranche bereits vielfach Anwendung fänden, so Prof. Stich, habe „der Logistik-Bereich hier noch Nachholbedarf“. Darüber hinaus zeigte er auf, wie das FIR selbst gemeinsam mit Spezialisten wie Couplink neue Technologien vorantreibt und dabei Wissenschaft und Industrie verbindet.

Die hohe Bedeutung dieser Verbindung griff ebenso Christian Maasem, Leiter des Center Connected Industry auf und erörterte die Frage, wo die Logistik im Bereich der Digitalisierung heute steht. Mit Blick auf die vier Säulen „Visibility“, „Transparency“, „Predictivity“ und „Adaptivity“ ermutigte er alle Teilnehmer, gerade in diesen Zeiten nicht auf Innovationsinvestitionen zu verzichten. Denn, davon ist Maasem überzeugt, „Unternehmen, die investieren, sind in den nachfolgenden Jahren immer erfolgreicher.“

Einen umfassenden Überblick zu den aktuellen Trends in Logistik und Supply Chain Management gab ebenfalls Dr. Christian Grotemeier, Geschäftsführer von BVL.digital, eine Tochterorganisation der Bundesvereinigung Logistik e. V. Nachdrücklich wies er auf die großen Chancen der Digitalisierung hin, mit der sich für die Branche sowohl Kosten einsparen als auch zusätzliche Erlöse generieren lassen. Aus seiner Sicht ist es dringend notwendig, Geschäftsprozesse zu digitalisieren, um eine Transparenz in der Wertschöpfungskette zu schaffen und einen unternehmensübergreifenden Datenaustausch zu ermöglichen. Eine aktuelle Verkehrsflussstudie von BVL.digital, bei der mehr als 58 Milliarden Verkehrsdatenpunkte aus 10 Großstädten über drei Jahre ausgewertet wurden, zeigt auch hier die hohen Nachholpotenziale für das Logistiksegment.

Prof. Dr. Heinz-Leo Dudek, Prorektor und Dekan der Fakultät Technik der DHWB in Ravensburg, gab einen Einblick in die Entwicklung der Digitalisierungsstrategien der Transport- und Logistik-Branche. Stellte sich nach seiner Aussage vor circa 20 Jahren noch die Frage, „wozu Flotten-Telematik gut sein solle“, lautet das Credo heute: „Es geht nicht mehr ohne“. Einheitliche Schnittstellen-Standards, Predictive Maintenance und Industrial Data Space sieht er als zukünftige Ziele der weiteren Transport-Digitalisierung. Wie seine Vorredner kommt er zu dem Ergebnis, dass die Technologien reif sind, der Einsatzgrad aber noch steigerungsfähig sei. „Alle wollen sich aus dem Datentopf bedienen, keiner will ihn befüllen“, so Prof. Dudek.

Innovative Ideen in der praktischen Umsetzung

Couplink-Vorstand Jens Uwe Tonne veranschaulichte in seinem Vortrag, wie die von Prof. Stich und Christian Maasem vorgestellten Zukunftstechnologien von seinem Unternehmen in Praxislösungen umgesetzt werden. Die positiven Erfahrungen seiner Kunden machen deutlich, dass die Bedenken, die laut BVL.digital bei vielen Logistikern noch bestehen, unbegründet sind. Im Einzelnen konnte er zeigen, wie KI in Form von intelligenter Routenoptimierung die Fahrwege und -zeiten seiner Kunden um zweistellige Prozentbeträge verkürzt. In vielen unterschiedlichen Anwendungen ermöglichen die Telematik-Systeme des Softwareanbieters die Vernetzung aller Beteiligten. Dabei wird auch IoT-Technik wie 0G-Sensoren in den Standard integriert.

Die Referenzberichte von Couplink-Kunden erhielten ebenfalls viel Zuspruch: Maik Gronau, Geschäftsführer des Abfallentsorgers PreZero berichtete von der fünfjährigen Zusammenarbeit mit Couplink. Bei PreZero kommt die Software couplinkyourfleet ENTSORGER heute bei fast 700 Fahrzeugen im gewerblichen wie im kommunalen Bereich zum Einsatz. Seine guten Erfahrungen brachte er auf den Punkt: „Ich habe nicht nur ein Softwareprodukt erhalten, sondern einen Partner, bei dem ich mich auch im Change Management hervorragend unterstützt fühle!“. Auch Michael Konopka vom Pharmagroßhändler NOWEDA erklärte, warum er sich für die Telematik-Lösung couplinkyourfleet entschieden hat: „Couplink bietet ein Gesamtpaket mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Schon in den ersten Gesprächen wurde klar, dass viele unserer Prozesse standardmäßig Teil der Software sind. Das zeigt ein tiefes Verständnis für logistische Workflows“, sagte Konopka. Bei NOWEDA sind 1.500 Fahrzeuge mit couplinkyourfleet ausgestattet.

 

Abwechslungsreiche Webinare zu vielfältigen Themen

Ein überaus interessantes Mikromobilitätskonzept für die Zukunft stellten Pia Dautzenberg und Martin Reske vom Institut für Kraftfahrzeuge der RWTH Aachen vor. „Intelligente Paletten“ präsentierte Michael Brandt, Project Coordinator iPAL bei der European Pallet Association e. V. (EPAL). Der Vortrag von Thomas Weick beschäftigte sich mit den Förderungsmöglichkeiten von Digitalisierungsprojekten und Miguel Flaminio von Tegos gab gute Tipps, was man bei Digitalisierungsprojekten beachten sollte, damit sie nicht scheitern.

Im weiteren Verlauf stellte Sandra Giern vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V. eine Standardschnittstelle für Entsorger vor – die Aval-Schnittstelle. Thomas Möllers und Sven Langer von regio IT präsentierten Lösungen zur Füllstandsmessung mittels Sensortechnik; Felix Heinricy von Resourcify und Jens Bahnsen vom norddeutschen Umweltdienstleister Buhck stellten gemeinsam ein neues Kundenportal vor. Thomas Staudt von SRE referierte über die Auswirkungen der neuen Gewerbeabfallverordnung, Meike Liesner von Telekom Deutschland erläuterte die Möglichkeiten von 5G Campus-Netzen und Jonas Schröder stellte den Verband OpenTelematics e. V. und seine Standardschnittstelle zur schnellen Softwareintegration vor.

Mit einem besonderen Blick auf das Thema Digitalisierung ergänzten weitere Redner die Fachtagung: Philipp Seubert von Infraserv Höchst setze dabei sein Augenmerk auf die menschliche Seite bei der Digitalisierung; Future Business Architect Peter Bickel erörterte, inwieweit Ästhetik zum Geschäftserfolg beiträgt und Thomas Fischer vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e. V. beantwortete die Frage: „Digitalisierung und die Zukunft des Recyclings! Und nun?“

Aus der Not eine „digitale“ Tugend gemacht

Über die gelungene Online-Premiere ihrer Telematik-Fachtagung freute sich Couplink-Vorständin Monika Tonne ganz besonders: „Die Rückmeldungen waren durchweg positiv und bestärken uns darin, diesen Weg des digitalen Austauschs weiter zu gehen“. So lobte etwa Prof. Dudek den Veranstalter für den Mut, neue Wege zu gehen und die Fachtagung digital aufrecht zu erhalten. Neben der Chance, die Vernetzung innerhalb der Branche per Digitalisierung voranzutreiben nutzte der Gastgeber die Veranstaltung zusätzlich, um soziale Projekte zu unterstützen: Die erhobene Teilnahmegebühr für die Telematik-Webinare verdoppelte der Softwareanbieter und spendete insgesamt 7.000 EUR. Die Spendengelder gehen zum großen Teil an den Verein breakfast4kids. Weitere Beträge gehen an den Tierschutzbund, den Kinderschutzbund und den lokalen Schleidener Heimatverein, der mit der Organisation von Ferienspielen ein positives Zeichen in Zeiten von Corona setzt.

Text: Couplink Group / timtomtext    Bild: Nicole Zimmermann