Telematik in der „Sharing Economy“

Telematik in der „Sharing Economy“

Zur Überwachung und Steuerung der Prozesse und Fahrzeuge in der Transportlogistik ist Telematik inzwischen aus Transportern und Lkws nicht mehr weg zu denken. Und auch in Firmen-Pkw, beispielsweise bei Fahrzeugen von Servicetechnikern, findet man Telematiksysteme für die „Prozess Konnektivität“. Der Telematikanbieter Openmatics, eine Tochter der ZF Friedrichshafen AG, widmet sich nun einer anderen, z.T. neuen, aber auf jeden Fall wachsenden Gruppe von Fahrzeugen, den Sharing-Economy Fuhrparks. Das eigens dafür entwickelte Tool nennt sich „Dashboard“.

Ob Werkzeug oder Wissen, Smoking oder Schlafplatz, Garten oder Geld: Teilen ist nicht nur ein Trend, sondern schon längst als neue Form des Lebens und Wirtschaftens in der Gesellschaft angekommen. Es muss nicht jeder alles haben – aber es muss alles dann verfügbar und erreichbar sein, wenn es gebraucht wird. Das gilt in zunehmendem Maße auch fürs Auto. Car-Sharing- und digitale Mobilitätsangebote sprießen wie Pilze aus dem Boden. Weltweit, so weiß eine aktuelle Studie der Boston Consulting Group, wird sich beispielsweise die Nutzerzahl von Car-Sharing-Diensten bis 2021 auf 35 Millionen versechsfachen. Zwei Millionen Nutzer sehen die Experten dann allein in Deutschland – doppelt so viele wie noch im Jahr 2015.

So bestechend einfach der Gedanke hinter der Sharing Economy ist, so groß ist auch die Herausforderung: Denn auch „Sharing“ muss sich rechnen. „Der Halter einer Pkw-Flotte muss deshalb zu jedem Zeitpunkt über alle betriebswirtschaftlichen und technischen Details seines Fuhrparks informiert sein“, erklärt Thomas Rösch, Geschäftsführer von Openmatics, dem Connectivity-Spezialisten von ZF Aftermarket. Handelt es sich beim Fuhrpark um eine gemischte Fahrzeugflotte, ist die Auswertung ungleich schwerer, da alle Fahrzeughersteller mit eigenen Telematik-Systemen arbeiten. „Hier hat Openmatics mit ,Dashboard‘ ein unabhängiges Tool zu bieten, das für Taxi-Unternehmen, Car-Sharing-Dienstleister, Autovermietungen und E-Flotten gleichermaßen interessant ist“, sagt Rösch.

Openmatics setzt hier auf seine bereits im Nutzfahrzeug etablierte Plattformlösung: Die im Pkw installierte Openmatics On-Board-Unit übermittelt fahrzeugspezifische Daten in eine sichere Cloud-Datenbank, auf die der Anwender zu jeder Zeit mittels der webgestützten App „Dashboard“ zugreifen kann. Auf einer digitalen Karte hat der Betreiber so den Standort aller Flottenfahrzeuge im Blick und kann in Echtzeit Informationen über Auslastung, gefahrene Kilometer oder Verfügbarkeit abrufen. Auch Aussagen über den Tankzustand oder Fehlermeldungen, die auf künftige Service- und Ausfallzeiten hinweisen, lassen sich frühzeitig in die Fuhrparkplanung integrieren. So ebnet „Dashboard“ beispielsweise bei rein elektrischen Fahrzeugen den Weg zu einem effizienten Energiemanagement: Die App zeigt den Ladezustand der Batterie oder auch die nahe gelegenen Ladestationen auf der Karte. Die Vergabe eines Fahrzeugs lässt sich so optimal an die Streckenanfrage eines Kunden anpassen. Die Openmatic App „Dashboard“ soll ab März 2017 zur Verfügung stehen.

openmatics Dashboard, (c) openmatics

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