Telematik im PKW – Was bieten die Fahrzeughersteller?

Telematiksysteme im Fahrzeug – wer denkt da nicht gleich an einen LKW? Doch auch im PKW-Bereich verbreiten sich die Telematiksysteme.

Wird ein PKW als Nutzfahrzeug betrieben (man denke nur an die Vielzahl von Servicetechnikern, die mit VW Passat & Co. zu ihren Einsatzstellen fahren) wird oftmals ein aus dem LKW-Umfeld bekanntes Telematiksystem zur Flottensteuerung nachgerüstet. Aber auch für den privaten Fahrzeuglenker gibt es immer mehr Telematikfunktionen. Hier handelt es sich hauptsächlich um Dienste, die von den Fahrzeugherstellern angeboten werden und im weitesten Sinne dem so genannten „Infotainment“ zugerechnet werden können.

Eine Gruppe Studierender der DHBW Ravensburg Campus Friedrichshafen hat sich im Rahmen eines Seminarprojekts mit diesen – oft als „PKW-OEM-Telematik“ – bezeichneten Systemen beschäftigt. Untersucht wurden die Systeme:

  • BMW Connected Drive
  • Opel OnStar
  • Mercedes me connect
  • VW Car-Net
  • Toyota T-Connect
  • Volvo Sensus Connect
GLC Konnektivität, connect me Dienste, Copyright (C) Daimler

GLC Konnektivität, connect me Dienste, Copyright (C) Daimler

Die Unterschiede zwischen den Systemen der Fahrzeughersteller beginnen schon bei den anfallenden Einmalkosten. Ein Vergleich ist hier fast schon tagesabhängig, da die Telematik oft im Bündel mit anderem Zubehör in zeitlich befristeten Sonderaktionen angeboten wird. Bei Mercedes beispielsweise basiert die Nutzung von „me connect“ auf einem speziellen Navigationsgerät, das allein schon mit ca. 3.000 € zu Buche schlägt. Das preisgünstige Ende der Skala wird zurzeit von Opel definiert, wo man den Opel ADAM als Sonderangebot mit 3 Jahren kostenlosem OnStar-Dienst erhält.

Einig sind sich die Fahrzeughersteller bei den typischen Basisdiensten. Den so genannten E-Call - eine Notruffunktion, die automatisch durch das Auslösen der Airbags aktiviert wird – bietet jedes der untersuchten Systeme. Gleiches gilt für die Car Lock/Unlock Funktion bei der das Fahrzeug per Remote App ver- oder entriegelt werden kann. Auch die Fernabfrage technischer Parameter aus dem Fahrzeug (z.B. Tankfüllstand) wird von allen Systemen angeboten.

Doch schon bei den POI, den „Points of Interest“ zeigen sich Unterschiede im Detail. Jedes der untersuchten Systeme bietet die Möglichkeit, eigene POI (z.B. Restaurants) zu definieren, manuell einzugeben und dann als Zielpunkt für die Navigation zu nutzen. Wenn man jedoch, wie beispielsweise ein Außendienstler seine zahlreichen Kundenadressen in das System eingeben will, ist die manuelle Eingabe nicht sehr komfortabel. Man freut sich in diesem Fall über die Möglichkeit, komplette Datenbanken in das System hochzuladen, was sowohl von VW wie von Toyota angeboten wird.

Auch bei dem als Komfortfunktion einzuschätzenden Concierge Service gehen die Angebote im Detail auseinander. Bis auf das VW Car-Net bieten alle einen Basisdienst, vergleichbar mit einem „persönlichen Assistenten“. Es wird eine telefonische Sprachverbindung zu einem Callcenter-Mitarbeiter hergestellt, der anschließend die gewünschte Serviceleistung ausführt, z.B. die Adresssuche für das nächstgelegene Hotel oder Spezialitätenrestaurant. Auf Wunsch wird diese Adressinformation dann an das Navigationsgerät im Fahrzeug gesendet. Bei dem erweiterten Service von BMW Connected Drive können darüber hinaus auch mit Kosten verbundene Transaktionen, z.B. Kauf von Theaterkarten, über den Concierge Service abgewickelt werden.


Die detaillierte Vergleichstabelle der sechs Systeme findet sich in nachfolgendem Link:

Vergleichstabelle zum Thema ConnectedCar des Seminarkurses ‘PKW-OEM-Telematik’ der DHBW Ravensburg

Bitte beachten Sie, dass die Informationen ausschließlich auf den von den Herstellern im März 2016 im Internet veröffentlichten Angaben beruhen.

(HLD, 28.4.2016)

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