Couplink Group AG, Telematik Fachtagung 05.09.2017 im FIR an der RWTH Aachen, (C) Nicole Zimmermann für Couplink Group AG

Erkenntnisse aus der Telematik-Fachtagung in Aachen

Die Telematik-Fachtagung des Softwareanbieters Couplink am 6. März 2018 auf dem RWTH Aachen Campus bot über 100 Vertretern aus Logistik, Entsorgung und Service richtungsweisendes Know-how zu Technologien und Herausforderungen der Telematik im Umfeld von Transport und Logistik.

Was muss ein Unternehmen tun, um auch morgen noch erfolgreich am Markt zu bestehen? Und welche Chancen bieten hierbei neue Technologien? Diese und weitere spannende Fragen rund um das Thema digitale Geschäftsprozesse trafen voll ins Schwarze bei den Teilnehmern der Telematik-Fachtagung von Couplink am 6. März 2018 auf dem RWTH Aachen Campus. Wie bei der Tagung im September vergangenen Jahres folgten auch dieses Mal über 100 Vertreter aus Logistik, Entsorgung und Service der Einladung des Softwareanbieters und reisten aus ganz Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden in die Kaiserstadt.

Wissenschaft und Wirtschaft verknüpfen

Den informativen Auftakt machte an diesem Tag „Future Business Architect“ Peter Michael Bickel, der anhand seines digitalen Transformationsradars im Detail zeigte, was plattformbasierte Geschäftsmodelle auszeichnet. Dabei definierte er eine Art Leitfaden für die Entwicklung von Plattformen am Beispiel von Spotify, um auch als B2B-Unternehmen den digitalen Wandel wirtschaftlich zu vollziehen. Mit welchen Technologietrends sich wiederum die Forschung aktuell beschäftigt, beleuchtete Ralf Bigge vom FIR anhand der Themen 5G-Netz, IoT-Plattformen und Blockchain. Einen Bogen zur erlebbaren Wissenschaft zog er ebenfalls, indem er das FIR am Beispiel der Elektrofahrzeuge e.Go Life und StreetScooter als Testbett für Entwicklung und Produktion im Bereich der Logistik präsentierte.

Von Tourenplanung bis Datenschutz

Konkret in das Thema Telematik tauchten die Teilnehmer anschließend gemeinsam mit Prof. Dr. Heinz-Leo Dudek ein. Als Prorektor an der DHBW Ravensburg, Telematik-Forscher und Jurymitglied beim Deutschen Telematik Preis skizzierte er die Entwicklung der Telematik vom reinen Ortungssystem hin zum Multifunktionstool für Transport und Logistik. Dabei betonte er auch, wie wichtig das Thema Datenschutz beim Einsatz von Telematik-Lösungen ist – ein gelungener Übergang zum anschließenden Vortrag von Rechtsanwalt Sebastian Schwiering. Er informierte ausführlich über die ab Mai 2018 geltende EU-Datenschutzgrundverordnung und brachte die mit ihr einhergehenden rechtlichen Auswirkungen für die Unternehmen auf den Punkt. Dabei erklärte er auch, worauf Logistiker beim Einsatz von Telematik-Systemen in Bezug auf die neuen Richtlinien achten und welche Verträge mit Fahrern und Telematik-Anbietern vereinbart werden müssen.

Couplink – Next Generation: Service statt Lizenzen

Nach der Mittagspause erklärte Stefan Fritz, Geschäftsführer von synaix –Cloud-Provider von Couplink –, wie Systemhäuser immer häufiger auf das veränderte Nutzungsverhalten der Kunden reagieren: Sie werden zu Systemintegratoren, die Service statt Lizenzen verkaufen. Ein Ansatz, den sich ab diesem Jahr auch Couplink auf die Unternehmensfahne schreiben wird, wie Peter Michael Bickel in seiner Funktion als Aufsichtsrat an diesem Tag freudig bekanntgab. Denn um Kunden einen skalierbaren und agilen Service anbieten zu können, der stets auf deren Nutzungsbedürfnisse ausgerichtet ist, geht der Softwareanbieter den Schritt vom projekt- und lizenzgesteuerten Geschäft hin zum Plattformanbieter nun selbst.

Am Nachmittag demonstrierte Couplink-Vorstand Jens Uwe Tonne neue Telematik-Module für die Standard-Lösungen von Couplink, z.B. die einfache und schnelle Containerverwaltung ohne Notwendigkeit von Barcodes. Darüber hinaus demonstrierte er anhand eines ferngesteuerten Lkw die praktische Trailererkennung über Sensoren inklusive eigens erzeugter Warnmeldung bei falsch angekoppelten Anhängern.

Spannend hinsichtlich der Erfahrungen aus der Praxis waren die beiden Vorträge zum Abschluss des Tages.  Jochen Blümle, Operations Director Logistics Germany bei Papyrus, veranschaulichte den Einsatz von couplinkyourfleet in der Logistik. Dabei ging es ihm neben den großen zeitlichen wie finanziellen Einsparungen vor allem um den schnellen und präzisen Service, den Papyrus dank der Telematik-Lösung erbringen kann. Auch betonte er die einfache Einführung und Integration – selbst von Sonderfunktionen. Innerhalb von drei Monaten war das System in rund 130 Fahrzeugen im Einsatz. Jos Vrommen, IT-Leiter von Reinigingsdiensten Rd4 aus den Niederlanden, fokussierte sich bei seinem Praxisbericht auf den Einsatz von Telematik-Systemen in der Entsorgung. Er erläuterte insbesondere die positiven Effekte durch die Digitalisierung unzähliger Kleinstprozesse durch couplinkyourfleet Entsorger und verblüffte die Zuhörerschaft: Denn dank einer detaillierten Fahrstilanalyse kann Rd4 heute zwischen fünf bis sieben Prozent an Treibstoff- und Unterhaltskosten für seine Fahrzeugflotte einsparen.

Es sind diese Beispiele aus der Praxis, die den Nutzen eines Telematikeinsatzes in Transport und Logistik immer wieder verdeutlichen. Und es ist begrüßenswert, dass Couplink diese Themen im Rahmen von Fachtagungen immer wieder aufgreift. Die Reise nach Aachen lohnt sich daher!

Bild: © Nicole Zimmermann