Nachlese zur transport logistic 2017

Gestiegene Besucherzahlen zur transport logistic

Vom 9. bis zum 12. Mai 2017 war München wieder das Mekka der Logistiker, Transportunternehmer und deren Zulieferer und Dienstleister. Die Messegesellschaft konnte dabei imposante Steigerungen gegenüber 2015 vermelden. Mit 2.162 Ausstellern aus 62 Ländern waren 5,4% mehr Anbieter vertreten. Die Zahl der Besucher stieg sogar um 9,5% auf über 60.000 an.

LOGISTIC-Trend-Index zeigt positive Signale zur digitalen Revolution

Laut Messegesellschaft sollte die „digitale Revolution“ das Thema der transport logistic 2017 sein. Rechtzeitig zur Messe wurde daher der LOGISTIC-Trend-Index  2017 veröffentlicht, für den 100 Fach- und Führungskräfte aus der Transport- und Logistikbranche befragt wurden (http://www.transportlogistic.de/media/website/dateien/pdf/transport-logistic-2017-trend-index.pdf ). Nun, an der Digitalisierung der Prozesse rund um das Transportfahrzeug  arbeitet die Telematikbranche schon seit ca. 20 Jahren. Folgt man der veröffentlichten Studie, erkennen tatsächlich so langsam auch die Transportlogistiker, dass der Einsatz von Digitaltechnologien Chancen bietet. Immerhin 76% der Befragten gaben an, mit Digitalisierung die Kundenzufriedenheit verbessern zu können. Dabei wurden die verschiedenen Technologien, die zurzeit unter dem Begriff Digitalisierung in der Öffentlichkeit diskutiert werden,  durchaus differenziert betrachtet. So sehen nur 24% den Einsatz von Transportdrohnen und 28% die Automation mit Robotern als wichtig für ihren Markterfolg. Hingegen schätzen 67% eine „Datenaufbereitung für Echtzeitplanung“ und 63% eine „effizientere Datenauswertung“ als wichtige Bausteine des künftigen Markterfolgs. Diese Ansichten kann man als Steilvorlage für die Telematikbranche verstehen, deren Grundaufgabe nun einmal das Sammeln, Übertragen und Auswerten von Daten im Transportprozess ist.

Und tatsächlich waren unter den Telematikausstellern in Halle B2 der Münchener Messe viele zufriedene Kommentare zu hören. Die Geschäfte scheinen zu laufen, was man dieser nicht immer einfachen Branche durchaus einmal gönnen kann.

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Trends: Sicherheitsfunktionen und Mehrmarkenfähigkeit

Große Innovationen waren auf der transport logistic 2017 bei den Telematikanbietern nicht am Start. Aber einige Trends konnte man schon spüren. Ein großes Thema war bei vielen Anbietern die Sicherheit. Einerseits geht es dabei im Sinne des Datenschutzes um die Sicherheit gegen den Verlust oder die unbefugte Nutzung der erhobenen Fahrzeug- und Prozessdaten. Hier werben viele Telematiker inzwischen mit umfangreichen Maßnahmen, die den Datenschutz sicherstellen sollen. Ein anderer Schwerpunkt ist die Sicherung der Fahrzeuge und der Ladung. So zeigte beispielsweise Transics ein Anti-Start-System, welches die Fahrzeugnutzung erst nach Eingabe einer spezifischen PIN ermöglicht. Wenn gewünscht ist sogar die Kombination Fahrerkarte plus PIN notwendig, um das Fahrzeug zu starten. Ebenfalls gezeigt wurde von Transics die Mehrmarken-Ferndiagnose, die es dem Anwender erlaubt, Systemfehler im Fahrzeug frühzeitig zu erkennen und damit Wartungspläne zu optimieren bzw. Ausfallzeiten zu reduzieren.

Etwas enttäuscht wurde man von MAN mit seiner offenen Telematikplattform RIO, die seit einiger Zeit vollmundig als „das Betriebssystem der Transportbranche“ angekündigt wird. Konkret zu sehen gab es da auch auf der transport logistic 2017 wenig. Noch überwiegen die Powerpoint-Präsentationen, die die Chancen der Digitalisierung über die RIO-Plattform beschreiben. Aber telematikwissen.de bleibt am Ball.

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