Freighthub – Was macht eine digitale Spedition aus?

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Ein Unternehmen aus dem Logistikbereich, dass im Jahr 2017 für zahlreiche Nachrichten gesorgt hat, ist das Startup Freighthub. Gegründet in Berlin konzentriert sich die digitale Spedition darauf Carrier und Preise für Überseetransporte elektronisch und in Echtzeit anzubieten – und das alles ohne einen einzigen Lkw oder Container.

Zuletzt wurde die Nachricht einer erneuten Finanzierungsrunde (Series A) in Höhe von 20 Mio. Euro publik1. In diesem Artikel möchten wir das Unternehmen ein wenig näher vorstellen und aufzeigen, welche Rolle Telematik im Umfeld einer digitalen Spedition spielt.

Digitale Abwicklung von Transportaufträgen

Freighthub kann man nicht als klassische Frachtenbörse bezeichnen, sondern eher als digitale Spedition. Kunden können nach dem Login in Echtzeit unterschiedliche Transporteure, deren Angebote und Preise vergleichen. „Freighthub“ ist der Mittelsmann, der beide Akteure verbindet – als Mittelpunkt (hub) von Fracht (freight) und Transporteur. Das Unternehmen übernimmt ab da den Transport.
Der Vorteil ist eine zügige Abwicklung, um Frachten einzubuchen: Nach einer Frachtanfrage, erhält der Kunde sofort Rückmeldung zur Quotierung – anstatt auf verschiedene Angebote von Transporteuren zu warten. Zusätzlich ist das Berliner Startup ab Buchung des Auftrags der Hauptansprechpartner für die gesamte Abwicklung des Transports und bietet damit weiteren Komfort für den Kunden.

Track & Trace Service

Während eine Fracht mit Freighthub bzw. dem entsprechenden Carrier unterwegs ist, bietet das Unternehmen eine Tracking-Funktion. Eine Voraussetzung dafür ist selbstverständlich das Tracking der Transportmittel (insb. Schiffe, Flugzeuge) durch den Transporteur2, um die geladene Fracht zu lokalisieren.
Freighthub konsolidiert laut eigenen Angaben die Informationen verschiedener Transportunternehmer für den Kunden, der unter Umständen mehrere Frachten parallel versandt hat. Im Bereich der Überseefracht kann die Übermittlung der Position entweder über (teure) Satelliten-Funkverbindungen ablaufen oder je nach Route über GSM. Eine (günstigere) Alternative ist die Erfassung der Passage relevante Eckpunkten einer Transportroute (z.B. Häfen).
Erfreulich ist, dass der weitere Versand ab den Häfen z.B. in Deutschland von einem Speditionspartner übernommen wird, der GPS-getrackte Fahrzeuge im Portfolio hält, so heißt es in einem Interview von Freighthub in der Verkehrsrundschau3. Laut einem Bericht bei Computerwoche übernimmt das Startup Instafreight diesen Weg4.

Containerhafen

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Digitalisierung der logistischen Zettelwirtschaft

Neben der elektronischen Abwicklung der Buchung eines Transports bietet das Unternehmen zudem die digitale Erstellung von Frachtpapieren und Genehmigungen (Zoll). Das bietet den großen Vorteil einer vollständig, elektronischen Erfassung sämtlicher Unterlagen, die im Rahmen der Logistik anfallen, ohne Bedarf diese extra einzuscannen und in Papierform zu lagern. Zudem kann sichergestellt werden, dass der Unterlagensatz vollständig ist und jederzeit abrufbar vorgehalten werden kann.

Freighthub und Instafreight

Ähnlich wie Freighthub ist auch Instafreight aufgestellt. Im Unterschied spezialisiert sich das von Rocket Internet finanzierte Startup5 auf Transporte am Landweg, während Freighthub vor allem Überseetransporte organisiert. Beide Unternehmen kümmern sich als one-stop-shop um die komplette Abwicklung der Logistik.

Instafreight scheint dafür eine eigene App zu nutzen, die auf bestehende Telematiksysteme der Fahrer aufbaut. Die App hilft nach unserem ersten Eindruck das Transportmanagement zu unterstützen und Aufträge zu koordinieren. Das System wurde 2017 sogar mit dem Eco Performance Award von DKV, Knorr-Bremse, PTV Group und der Universität St. Gallen ausgezeichnet. Danach erfüllt es aus Sicht der Jury ökologische, ökonomische und auch soziale Kriterien in besonderer Weise.

„Digital“, „Transparent“ und „Track & Trace“

Es fällt auf, dass vor allem die Stichworte „Digital“, „Transparent“ und „Track & Trace“ das Angebot der Speditionen beschreiben. Dabei sind die Möglichkeiten zur digitalen Abbildung des Transportweges relevant – und diese werden eben durch Telematik geboten. Durch die Bündelung von verschiedenen, unabhängigen Carriern durch Speditionen wie Instafreight oder Freighthub rücken standardisierte Schnittstellen immer stärker in den Fokus. Bis man sich in der Branche darauf einigt spielen integrierende Plattformen weiterhin eine aufstrebende Rolle.

 


 

1. FAZ, http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/logistik-start-up-freighthub-bekommt-20-millionen-dollar-15337471.html (28.12.2017)

2. Freighthub, https://freighthub.com/blog/faq/track-trace-function-not-work/ (28.12.2017)

3. Verkehrsrundschau, https://www.verkehrsrundschau.de/nachrichten/freighthub-unsere-plattform-geht-ueber-die-reine-buchung-hinaus-1830637.html (28.12.2017)

4. Computerwoche, https://www.computerwoche.de/a/online-speditionen-wirbeln-logistikmarkt-durcheinander,3329617 (28.12.2017)

5. Rocket Internet, https://www.rocket-internet.com/companies/instafreight (28.12.2017)