Telematik bei der Berliner Stadtreinigung

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Anwendungsbeispiel
Winterdienst
Flottenbetreiber
Berliner Stadtreinigung

Anzahl ausgetesteter Fahrzeuge
190
Telematik im Einsatz seit...
2001

Zur Verfügung gestellt von: idem telematics GmbH

Anwenderbericht zur Nutzung von Telematik im Umfeld eines Winterdiensts

Ohne Telematik läuft im Winter nichts mehr

Für einen reibungslosen Verkehr bei Schnee und Eis sorgt der Winterdienst der Berliner Stadtreinigung (BSR) und legt dabei mit rund 200 Streufahrzeugen für Feuchtsalz in einem Durchschnittswinter eine Strecke zurück, die fünfmal der Entfernung Berlin- Moskau entspricht. Unterstützt und dokumentiert werden die Winterdiensteinsätze durch das Telematiksystem SnowFleet der Funkwerk eurotelematik GmbH.

Mit einer Fläche von 890 km2 stellt die deutsche Bundeshauptstadt Berlin eine große Herausforderung hinsichtlich der Abfallentsorgung, der Straßenreinigung und dem Winterdienst dar. Zuständig hierfür ist das kommunale Unternehmen Berliner Stadtreinigung (BSR), das neben der Abfallentsorgung von 3,3 Mio. Einwohnern auch für die Sauberkeit der Straßen und Gehwege über das gesamte Jahr und für die Befahrbarkeit des Berliner Straßennetzes im Winter sorgt.

Ganzjährig umfasst das zu reinigende Straßen- und Gehwegenetz ca. 1,2 Mio. Arbeitskilometer – eine beeindruckende Zahl. Im Winter müssen die Haupt- und Nebenstraßen entsprechend ihrer Bedeutung – vor allem auch für den ÖPNV – und der jeweiligen Wetterbedingungen vom Schnee geräumt bzw. mit Feuchtsalz vor Glätte geschützt werden. Hinzu kommen ca. 18.400 Kreuzungen mit Fußgängerübergängen, welche je nach Witterung auch mehrmals täglich geräumt und mit Splitt abgestreut werden müssen.

BSR-Fahrzeug im Winterdiensteinsatz - geführt und dokumentiert mittels Telematik

BSR-Fahrzeug im Winterdiensteinsatz – geführt und dokumentiert mittels Telematik

Schon vor Jahren ist man bei der BSR zum so genannten „Differenzierten Winterdienst“ übergegangen, um im ausgedehnten Berliner Stadtgebiet mit seinen häufig sehr unterschiedlichen Witterungsbedingungen lokal angemessen zu agieren und die Streuaktivitäten jeweils den konkreten Fahrbahnzuständen vor Ort anzupassen. Statt mit Splitt, der nach dem Winter wieder aufwändig aufgekehrt werden müsste, wird die Glättegefahr auf den Berliner Straßen mit Feuchtsalz bekämpft, welches aufgrund der modernen Streutechnik punktgenau und umweltverträglich ausgebracht werden kann. Die Erfahrung zeigt, dass auf diese Weise deutlich weniger Salz benötigt wird, als dies im herkömmlichen Winterdienst der Fall war.

Auch gehwegfähige Streufahrzeuge sind bei der BSR mit Telematik ausgerüstet

Auch gehwegfähige Streufahrzeuge sind bei der BSR mit Telematik ausgerüstet

Doch mit dem differenzierten Winterdienst sind auch die Anforderungen an die Dokumentation der Einsatzfahrten stark gestiegen. „Der Fahrer musste bisher während einer Fahrt im 10-Minuten-Takt einen schriftlichen Eintrag in das so genannte Streubuch vornehmen und am Fahrtende zusätzlich die Einsatzkilometer und den Treibstoffverbrauch dokumentieren. Der Innendienst übernahm diese Daten dann manuell in unser SAP-System, ein enorm aufwändiger und fehleranfälliger Prozess“, so Fred Wannhoff, IKS-Koordinator bei der BSR. Zudem muss die gesamte Winterdienstdokumentation gerichtsbeständig sein, da bei einem glättebedingten Unfall die Frage des ordnungsgemäßen Räum- und Streudienstes gerne die Justiz beschäftigt. Ab dem Jahr 2001 hat man daher bei der BSR die automatisierte Dokumentation der Winterdiensteinsätze mittels Telematik näher untersucht.

Graphische Tourführung

Graphische Tourführung

Neben der Einsatzdokumentation sollte das System vor dem Einsatz auch die Übertragung der zu fahrenden Winterdiensttour in das Fahrzeug ermöglichen und dort dem Fahrer die Fahrstrecke anzeigen. „Für die Auswahl eines geeigneten Systems war damals unsere IT-Fachabteilung zuständig“, erinnert sich Fred Wannhoff. „Und die kamen recht schnell auf die Euro Telematik aus Ulm, deren Mitarbeiter uns durch Kompetenz überzeugten“. Nach einem Pilotprojekt mit wenigen Fahrzeugen erfolgte im Jahr 2004 die Ausrüstung von ca. 190 Fahrzeugen mit dem Bordrechner TUX420 und dem Anzeige- und Bediengerät CDU410 mit textueller Tourführung. Als Kommunikationsmedium für die Telematik wurde und wird noch heute die WLAN-Infrastruktur auf den 15 Liegenschaften der Straßenreinigung genutzt. Die Fahrzeuge sind daher während der Fahrt auch nicht online mit der Zentrale verbunden, eine laufende Ortung im Sinne der Fahrerüberwachung ist somit nicht möglich, was ursprüngliche Bedenken des BSR-Personalrats überwinden half. Legendär ist der Flyer mit dem Titel „Schreibst Du noch, oder duschst Du schon?“, mit dem die BSR dann unter den Fahrerkollegen und – kolleginnen um Akzeptanz für das neue System warb. Der Titel war eine Anspielung darauf, dass man nun durch Wegfall der Schreibarbeit im Streubuch schneller unter die Dusche kam. Nach den positiven Erfahrungen der Anfangsjahre erfolgte 2008/2009 die Modernisierung der Bordrechner durch die neue Generation TU500, wobei die WLAN-Kommunikation auf die WPA2-Verschlüsselung umgestellt wurde. Schließlich wurden 2012/2013 die alten Anzeige- und Bedieneinheiten CDU410 durch die graphikfähige CDU700 ersetzt. Damit können die zu fahrenden Touren dem Fahrer auch zur Navigationsunterstützung auf einer digitalen Straßenkarte angezeigt werden, was nun auch eine graphische Tourführung ermöglicht.

Umfangreiche Winterdienstauswertungen zu Berichts- und Abrechnungszwecken ermöglicht die Telematik bei der BSR

Umfangreiche Winterdienstauswertungen zu Berichts- und Abrechnungszwecken ermöglicht die Telematik bei der BSR

Nach fast einem Jahrzehnt operationeller Erfahrungen mit der Telematik im Winterdienst ist man bei der BSR vom Nutzen komplett überzeugt. „Unser ursprüngliches Ziel, die Prozessverbesserung in der Tourenplanung, der Datenaufzeichnung, – übertragung und –auswertung, haben wir mit dem SnowFleet-System der Funkwerk eurotelematik absolut erreicht. Und die Anforderungen an unsere Einsätze und deren Dokumentation sind ja auch laufend weiter gestiegen“, resümiert Fred Wannhoff, der auch die Anwender innerhalb der BSR auf das System schult. “Der differenzierte Winterdienst wäre heute ohne die Telematik nicht mehr denkbar“.