Flughafen Berlin-Tegel

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Anwendungsbeispiel
Sonderfahrzeuge
Flottenbetreiber
GlobeGround Berlin GmbH & Co. KG

Anzahl ausgetesteter Fahrzeuge
16
Telematik im Einsatz seit...
2012

Zur Verfügung gestellt von: idem telematics GmbH

Anwenderbericht zur Nutzung von Telematik an einem Flughafen

Über den Wolken…

… soll die Freiheit wohl grenzenlos sein. Um Verkehrsflugzeuge dorthin zu bekommen, ist jedoch eine ausgeklügelte Logistik am Flughafen nötig. Zum optimalen Einsatz ihrer Flugzeugschlepper und Hilfsaggregate nutzen die Flugzeugabfertiger der GlobeGround an den Berliner Flughäfen das preisgekrönte
Telematiksystem apronFleet.

Auch wenn die Tage des Flughafens Berlin-Tegel „Otto Lilienthal“ gezählt sind, gilt es bis zum Tag der Eröffnung des neuen Flughafens Berlin Brandenburg in „TXL“ –so die IATA-Bezeichnung des alten Tegeler Flughafens- den vollen Vorfeldservice für über 160.000 Flugbewegungen pro Jahr sicher zu stellen.

Flughafen Berlin-Tegel: GPU einer Boeing 737

Eine GPU im Einsatz an einer Boeing 737

Dieser Aufgabe widmen sich die Mitarbeiter der AGSB, Aviation Ground Service Berlin GmbH & Co KG, einem 100 %igem Tochterunternehmen der GlobeGround Berlin GmbH & Co. KG. „Wir machen dabei alles außer Betankung und Catering“, so Paul Edwards, Betriebsleiter Rampe. Zu den von Flugzeugen am Boden benötigten Dienstleistungen gehören z.B. die Be- und Entladung des Gepäcks sowie die Kabinenreinigung. Während dieser Tätigkeiten ist im Flugzeug elektrische Energie erforderlich, die im Flug von den Triebwerken bereitgestellt wird, aber am Boden extern zugeführt werden muss. Dazu betreibt GlobeGround 13 so genannte Ground Power Units (GPU). Es handelt sich dabei um Fahrzeuganhänger mit einem diesel-betriebenen Stromgenerator, die den Fluggesellschaften an den TXL-Vorfeldpositionen zur Verfügung gestellt werden.

Um den Einsatz dieser GPUs effizienter gestalten zu können, betreibt GlobeGround das Telematiksystem apronFleet der Funkwerk eurotelematik GmbH. Das System besteht aus einem in der GPU eingebauten Telematikrechner des Typs FB-4000, der regelmäßig die Position der GPU mittels Mobilfunk auf einen zentralen Server überträgt. Auf entsprechenden Arbeitsplatzmonitoren in der GlobeGround-Leitstelle werden die GPU-Positionen auf einer digitalen Karte des Flughafengeländes angezeigt. „Wir wissen damit jederzeit, wo sich unsere GPUs auf dem Vorfeld befinden und ob sie gerade ein Flugzeug mit Energie versorgen“, erläutert Paul Edwards.

Kartenausschnitt mit der Anzeige der verfügbaren GPUs

Kartenausschnitt Vorfeld mit GPU-Positionen

Wichtig ist das auch für die Abrechnung des GPU-Einsatzes mit den Fluggesellschaften. Das Abfertigungs- und Wartungspersonal der Fluggesellschaften ist mit einem RFID-Transponder ausgestattet, der an ein entsprechendes Lesegerät an der GPU gehalten werden muss. Nur so kann die GPU zur externen Stromversorgung am Flugzeug gestartet werden, wobei der Bordrechner die Identität des Nutzers registriert und die Nutzungsdauer an den zentralen Telematikserver meldet. Über eine von Funkwerk speziell entwickelte Softwareschnittstelle werden die Nutzungsdaten an das nachgelagerte Abrechnungssystem übertragen. Mit diesem Prozess wurden die früher manuell zu führenden Abrechnungsformulare obsolet, was die gesamte Abrechnung heute effizienter ablaufen lässt. Und da die Nutzung der GPUs nun minutengenau den Fluggesellschaften berechnet werden kann, ist ein deutlich sparsamerer Umgang mit den Aggregaten zu verzeichnen.

Doch nicht nur die GPUs, sondern auch die 16 Flugzeugschlepper der GlobeGround in TXL wurden mit dem Telematiksystem ausgerüstet. Die Schlepper werden zum so genannten „Push-Back“ benötigt, dem Zurückschieben des Flugzeugs vom Fluggaststeig. Dazu wird von der GlobeGround-Leitstelle jeweils ein verfügbarer Schlepper zum Flugzeug disponiert, was natürlich deutlich effizienter geschehen kann, wenn die Disponenten einen aktuellen Überblick über die Positionen und Verfügbarkeiten der Schlepper haben.

Push-Back-Schlepper mit einem Airbus A320 auf dem Flughafen Berlin-Tegel

Ein Push-Back-Schlepper vor einem Airbus A320

Neben einer verbesserten Disposition und Abrechnung leistet die apronFleet auch für interne Planungszwecke gute Dienste, indem sie diverse Auswertungen, z.B. hinsichtlich der Auslastung von GPUs und Schleppern, bietet. Das untenstehende Bild zeigt exemplarisch die Auslastung verschiedener Schleppertypen über drei Tage. Deutlich zu sehen sind die Auslastungsspitzen zu den „Rush-Hours“ in TXL.

„Die Einführung der Telematik haben wir uns gut überlegt und vorbereitet“, berichtet Ulf Eggert, Geschäftsführer der AWSB, Aviation Werkstatt Service Berlin GmbH & Co. KG, ebenfalls ein 100 %iges Tochterunternehmen der GlobeGround Berlin GmbH & Co. KG. „Im Rahmen eines EUgeförderten Projekts wurden die Anwendungsmöglichkeiten der Telematik auf dem Flughafenvorfeld intensiv analysiert und getestet. Danach haben wir uns dann entschieden, unsere GPUs und Schlepper mit dem Funkwerk-System auszurüsten. Und natürlich wird das System dann auch mit uns zum neuen Flughafen Berlin Brandenburg umziehen.“ Insgesamt ist man mit der damaligen Entscheidung für die Einführung der Telematik äußerst zufrieden. „Bei den Push-Back-Schleppern sehen wir deutliche Einsparungen aufgrund der wegoptimierten Disposition und bei den GPUs konnten die unproduktiven Leerlaufzeiten signifikant reduziert werden“, freut sich der GlobeGround Prokurist Roland Ückert.

Doch nicht nur in Berlin wird die apronFleet sehr geschätzt, denn das System wurde auch im Rahmen der Messe IAA Nutzfahrzeuge 2012 mit dem Telematik Award für die „Beste Innovation“ ausgezeichnet.

Graphik zum parallelen Schleppereinsatz

Übersicht Schlepper Paralleleinsatz